Lisa Tielker ist Leitende Psychologin in der Kinder- und Jugendklinik im Gezeiten Haus Schloss Eichholz. Als Psychologische Psychotherapeutin leitet sie unter anderem die Gruppentherapie.
Psychotherapie für Kinder- und Jugendliche im Gezeiten Haus
Junge Menschen stehen in ihrem Leben vor besonderen Herausforderungen im Umgang mit Erfahrungen und Emotionen. Wir unterstützen heranwachsende Menschen dabei, hilfreiche Lösungsansätze und Methoden zu entdecken, um psychische Krisen zu überwinden.
Zentrale psychotherapeutische Verfahren in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Gezeiten Haus Kliniken
Der Mensch wird bei uns als Einheit aus Körper, Geist, Seele und Umwelt gesehen, verstanden und behandelt. Während der Therapie nutzen wir daher ein breites Spektrum an Denk- und Therapieansätzen, um den verschiedenen altersspezifischen Bedürfnissen unserer Patient:innen zu begegnen. Ob kognitive Verhaltenstherapie, systemischer Therapieansatz oder Schematherapie – unsere Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen entwickeln einen Behandlungsplan mit den individuell passenden Methoden.
Unsere Therapien finden im Einzel- und Gruppensetting statt. Erkenntnisse und Lösungsansätze, die in der Psychotherapie im Einzelsetting erarbeitet wurden, können in die Gruppe eingebracht und dort erprobt werden. Die direkte und aufrichtige Rückmeldung der Mitpatient:innen ist ein großer Vorteil der Gruppenpsychotherapie, die als stärkender Ort wahrgenommen wird und den Jugendlichen Sicherheit und Rückhalt gibt.
Um die Zusammenhänge der psychischen Erkrankung besser verstehen und einordnen zu können, finden zusätzlich regelmäßige Psychoedukationsgruppen statt, in denen Informationen zur jeweiligen Erkrankung vermittelt werden. So erhalten unsere Patient:innen ein umfassendes und nachhaltiges Verständnis für die Ursachen & Hintergründe von psychosomatischen Erkrankungen.
Kognitive Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen
Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) konzentriert sich auf den Zusammenhang und gegenseitige Beeinflussung zwischen Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen. In der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) lernen die Patient:innen gemeinsam mit unseren Psychotherapeut:innen ihre Gedanken, Überzeugungen und Erwartungen, die zu bestimmten Emotionen und Verhaltensweisen führen, bewusst wahrzunehmen, zu hinterfragen und entstandene dysfunktionale Grundannahmen durch hilfreichere Überzeugungen zu ersetzen. Gleichzeitig werden konkrete Verhaltensstrategien eingeübt - zum Beispiel im Umgang mit herausfordernden Gefühlen wie Angst, Wut, Trauer oder sozialer Unsicherheit.
„Alle Schritte werden sowohl theoretisch besprochen als auch aktiv im Stationsalltag geübt. Das stationäre Setting als persönlicher Schutzraum, ermöglicht den Jugendlichen mit Unterstützung neue Erfahrungen zu machen und damit herausfordernde Situationen zu bewältigen. Dadurch wächst nicht nur ihr Mut und ihre Zuversicht , sondern auch das allgemeine Selbstwirksamkeitserleben im Alltag.“, erklärt Ann-Kathrin Jenske, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin im Gezeiten Haus.
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen
In der tiefenpsychologischen Psychotherapie stehen die aktuellen inneren Konflikte der Kinder und Jugendlichen und ihren Verhaltensmuster im Fokus, die beispielsweise auf unbewusste Zusammenhänge und Erfahrungen aus den frühen Lebensjahren zurückgehen. Diese Therapieform hilft dabei, die Hintergründe von Schwierigkeiten besser zu verstehen, indem sie das Unterbewusstsein einbezieht.
Die Patient:innen werden ermutigt, ihre Gedanken und Gefühle frei zu äußern, ohne Bewertung oder Druck. Dadurch können versteckte Themen ans Licht kommen, die Einfluss auf das Verhalten und die Gefühle haben. In einem geschützten Rahmen werden diese Erkenntnisse gemeinsam mit den Psychotherapeut:innen reflektiert, um individuelle Lösungswege zu entwickeln. Ziel ist es, die Selbstwahrnehmung zu stärken und neue, hilfreichere Verhaltens- und Denkweisen zu fördern, die nachhaltig im Alltag eingewebt werden.
Analytisch orientierte Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen
In der analytisch orientierten Psychotherapie erkunden wir zusammen mit den Patient:innen ihre bisherige Lebensgeschichte, um unterbewusste Zusammenhänge und Ursachen seelischer Konflikte zu ergründen und verstehen zu lernen. Die frühkindliche Lebensphase steht dabei besonders im Fokus der Therapie.
Anders als beispielsweise in der Verhaltenstherapie bietet der/die Psychotherapeut:in den Patient:innen keine Lösungsvorschläge an. Vielmehr nimmt der/die Therapeut:in die Rolle des Zuhörers ein, während der/die Patient:in frei seine Erinnerungen, Gedanken und Gefühle äußert. Der/die Therapeut:in interveniert nur gezielt, um Themen einzugrenzen und den Patient:innen Zugang zu unbewussten Zusammenhängen zu ermöglichen.
Im Vordergrund der analytisch orientierten Psychotherapie steht somit das eigenständige Erkennen und Reflektieren von Zusammenhängen, welche zu einem bestimmten Verhaltens- und Gedankenmuster oder zu sich wiederholenden Konflikten führen. Auf diese Weise können Kinder und Jugendliche ihr Denken, Fühlen und Handeln konstruktiv verändern. Im Unterschied zur klassischen Psychoanalyse, in welcher die Patient:innen liegen und keinen Blickkontakt zum/zur Psychotherapeut:in hat, ist dies in der analytisch orientierten Therapie selten der Fall.

Moderne Gruppenpsychotherapie
In der modernen Gruppenpsychotherapie können Jugendliche durch den Austausch mit Gleichaltrigen neue Perspektiven gewinnen und ihre eigenen Erfahrungen gegenseitig reflektieren. „Was nach der Gruppentherapie meist bleibt, ist ein entlastendes Gefühl der Verbundenheit.“, ergänzt Lisa Tielker, Leitende Psychologin im Gezeiten Haus. Der Austausch in der Gruppe hilft den Jugendlichen dabei, ihre Kommunikationsfähigkeiten zu stärken und fördert gleichzeitig das Verständnis für die eigenen Bedürfnisse und die der anderen. Dabei wird ein respektvoller Umgang miteinander geübt, was wertvoll für die Weiterentwicklung der sozialen Fähigkeiten ist. Für viele Kinder und Jugendliche ist die Erfahrung innerhalb der Gruppentherapie auch deswegen hilfreich, weil sie erkennen können, dass auch andere ähnliche Erfahrungen machen und sie mit ihren Herausforderungen nicht alleine sind. Die Gruppentherapie wird von Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen geleitet, die integrative und verfahrensübergreifende Methoden einsetzen.
»In unseren Gruppentherapien kommen unsere Patient:innen in den Austausch über eigene Erlebnisse, Gefühle und Gedanken. Unsere Erfahrung zeigt, dass es viel hilfreicher und nachhaltiger ist, wenn unsere Jugendlichen sich gegenseitig Rückmeldung geben, als wenn wir Therapeut:innen oder gar Eltern dies tun.«
»In unseren Gruppentherapien kommen unsere Patient:innen in den Austausch über eigene Erlebnisse, Gefühle und Gedanken. Unsere Erfahrung zeigt, dass es viel hilfreicher und nachhaltiger ist, wenn unsere Jugendlichen sich gegenseitig Rückmeldung geben, als wenn wir Therapeut:innen oder gar Eltern dies tun.«
Lisa Tielker ist Leitende Psychologin in der Kinder- und Jugendklinik im Gezeiten Haus Schloss Eichholz. Als Psychologische Psychotherapeutin leitet sie unter anderem die Gruppentherapie.
Traumatherapie bei Kindern und Jugendlichen
Traumatherapeutische Verfahren helfen dabei, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten und Schritt für Schritt wieder ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Unseren Kinder- und Jugendklinik stehen dafür verschiedene bewährte Methoden zur Verfügung, die speziell auf die Behandlung psychischer Belastungen nach unverarbeiteten Traumata ausgerichtet sind.
Besonders das EMDR-Verfahren (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) hat sich als sehr effektiv erwiesen. Oft können bereits nach wenigen Sitzungen deutliche Fortschritte erzielt werden. Symptome wie Angst, Schlafprobleme oder starke innere Anspannung können gelindert werden.
Mit diesen Ansätzen unterstützen wir Kinder und Jugendliche dabei, belastende Erfahrungen besser zu verstehen und zu verarbeiten. Ziel ist es, nicht nur die Symptome zu reduzieren, sondern auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Lebensfreude wiederzufinden.
EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) bei Kindern und Jugendlichen
EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ist eine wirkungsvolle Methode, um belastende Erinnerungen zu verarbeiten und die psychische Heilung zu fördern. Diese Therapieform wird besonders häufig bei Traumata und posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) eingesetzt, kann aber auch bei anderen psychischen Belastungen helfen.
Während einer EMDR-Sitzung werden Jugendliche behutsam an schwierige Erinnerungen und Gefühle herangeführt. Nach einer gründlichen Einführung und stabilisierenden Übungen wird die belastende Erinnerung kurz ins Gedächtnis gerufen. Dabei bleibt die Therapeutin oder der Therapeut durch eine spezielle bilaterale Stimulation in Kontakt. Das kann zum Beispiel bedeuten, mit den Augen Bewegungen zu verfolgen, Klänge zu hören oder leichte Berührungen wahrzunehmen. Diese Stimulation hilft dem Gehirn, die belastenden Erinnerungen neu zu bewerten und zu verarbeiten.
Viele Kinder und Jugendliche berichten bereits nach wenigen Sitzungen von spürbaren Fortschritten: Die körperliche Anspannung lässt nach, die Erinnerungen fühlen sich weniger überwältigend an, und die Gedanken werden positiver. EMDR hat sich nicht nur bei PTBS bewährt, sondern wird auch bei anderen psychischen Belastungen wie Depressionen erfolgreich eingesetzt.
Die Therapie wird von speziell ausgebildeten und zertifizierten Therapeut:innen durchgeführt, die Erfahrung mit der Arbeit mit Jugendlichen haben. Das Gezeiten Haus profitiert vom angegliederten EMDR-Forschungsnetzwerk Schloss Eichholz von Dr. Arne Hofmann sowie Dr. Susanne Altmeyer und ist somit laufend auf dem aktuellsten Wissensstand.
Imaginative Verfahren bei Kindern und Jugendlichen
Mit Imaginationsverfahren können bestimmte mentale Bilder oder Vorstellungen erzeugt werden, die nicht nur die Vorstellungskraft ansprechen, sondern auch den Körper und die Gefühle beruhigen. Imaginative Techniken ermöglichen es, in einem geschützten inneren Raum eigene Ressourcen zu entdecken, Kontrolle zurückzugewinnen und einen heilsamen Zugang zu sich selbst zu finden. Gerade in Phasen der Unsicherheit, Überforderung oder emotionalen Anspannung bietet die Vorstellungskraft eine wertvolle Möglichkeit, Stabilität und Orientierung zu erleben. Imaginationstechniken sind daher auch nach der Therapie gute Alltagsskills für Kinder und Jugendliche. Gerade bei Traumafolgestörungen, Depressionen oder psychosomatischen Beschwerdebildern bieten imaginative Techniken wie der „Sichere Ort“ oder die „Tresorübung“, die Arbeit mit inneren Bildern oder imaginative Körperreisen eine effektive Möglichkeit, das Selbstwirksamkeitserleben zu stärken und dysfunktionale Schemata behutsam zu bearbeiten.
»Jugendliche verfügen häufig über eine starke und lebendige innere Vorstellungskraft – diese innere Stärke nutzen wir gezielt, um schwierige Erfahrungen zu verarbeiten, mit belastenden Gefühlen umzugehen oder neue Perspektiven zu entwickeln.«
Sabrina Breuer ist Psychologische Psychotherapeutin in der Kinder- und Jugendklinik im Gezeiten Haus Schloss Eichholz. Sie begleitet die Kinder und Jugendlichen sowohl im Einzelsetting als auch in der Gruppentherapie.
»Jugendliche verfügen häufig über eine starke und lebendige innere Vorstellungskraft – diese innere Stärke nutzen wir gezielt, um schwierige Erfahrungen zu verarbeiten, mit belastenden Gefühlen umzugehen oder neue Perspektiven zu entwickeln.«
Sabrina Breuer ist Psychologische Psychotherapeutin in der Kinder- und Jugendklinik im Gezeiten Haus Schloss Eichholz. Sie begleitet die Kinder und Jugendlichen sowohl im Einzelsetting als auch in der Gruppentherapie.
Kunsttherapie bei Kindern und Jugendlichen
In unserer Kinder- und Jugendklinik ist die Kunsttherapie ein wichtiger Bestandteil des therapeutischen Angebots. Sie bietet jungen Patient:innen einen kreativen Raum, in dem sie Gefühle ausdrücken können, für die sie vielleicht (noch) keine Worte finden. Durch Malen, Zeichnen, Gestalten oder plastisches Arbeiten werden emotionale und seelische Prozesse angeregt und unterstützt. Die kunsttherapeutischen Einheiten finden im Gruppensetting statt und werden von speziell ausgebildeten Therapeut:innen begleitet. Ziel ist es, die Selbstwahrnehmung und Ausdrucksfähigkeit der Kinder und Jugendlichen zu stärken und sie auf ihrem Weg der Heilung und Entwicklung ganzheitlich zu begleiten.
Musiktherapie bei Kindern und Jugendlichen
Die Musiktherapie ist eine kreative und nonverbale Therapieform, die bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Traumafolgestörungen unterstützend eingesetzt wird. Durch das aktive Musizieren oder das bewusste Hören von Musik können emotionale Ausdrucksmöglichkeiten gefördert, innere Spannungen abgebaut und der Zugang zu unbewussten Gefühlen erleichtert werden. Ein zentraler Bestandteil der Musiktherapie ist das Experimentieren mit verschiedenen Instrumenten – etwa Trommeln, Klangschalen, Gitarren oder einfachen Percussion-Instrumenten. Diese Vielfalt eröffnet den Patient:innen neue Formen des Ausdrucks jenseits von Sprache. Das spielerische Erleben mit Klang und Rhythmus kann das Selbstbewusstsein stärken, kreative Ressourcen wecken und ein neues, oft positiv besetztes Körper- und Selbsterleben ermöglichen. In einem geschützten Rahmen begleitet die Musiktherapie Menschen dabei, ihre Emotionen zu regulieren, Selbstwirksamkeit zu erfahren und neue Wege im Umgang mit psychischen Belastungen zu finden.
Achtsamkeitsbasierte Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen
Psychische und körperliche Überlastungen können dazu führen, dass der Körper dauerhaft auf Stress reagiert. Die achtsamkeitsbasierte Psychotherapie hilft dabei, den Fokus auf den aktuellen Moment zu richten und eine akzeptierende Haltung gegenüber Gefühlen und Empfindungen zu entwickeln. Dabei werden auch persönliche Stärken und Ressourcen entdeckt, die im Alltag genutzt werden können.
Durch Achtsamkeit und angeleiteten Entspannungsübungen (PMR, Autogenes Training, Fantasiereisen) lernen unsere jungen Patient:innen, besser mit Herausforderungen und belastenden Situationen umzugehen. Ziel ist es, Warnsignale frühzeitig zu erkennen und stressvolle Momente konstruktiv zu bewältigen. Viele Techniken der achtsamkeitsbasierten Psychotherapie, wie zum Beispiel Atemübungen oder Körperwahrnehmung, werden auch in der Körpertherapie angewendet und unterstützen eine ganzheitliche Entwicklung. Die Ansätze der Achtsamkeit und dem Verweilen im Hier und Jetzt können nicht nur während der Therapie hilfreich sein, sondern bieten auch langfristig wertvolle Werkzeuge, um das eigene Wohlbefinden zu fördern.

Systemische Therapie bei Kindern und Jugendlichen
Die systemische Therapie betrachtet psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen nicht nur als Problem der einzelnen Person, sondern auch als Reaktion auf die Dynamik in ihrem sozialen Umfeld. Dabei wird gemeinsam mit den Jugendlichen nicht nur die eigene Perspektive betrachtet, sondern auch die Beziehungen innerhalb ihres Umfeldes, wie Familie, Schule oder Freundeskreis.
Ein wichtiger Bestandteil der Therapie kann die Einbeziehung der Eltern oder anderer wichtiger Bezugspersonen sein. Sie werden in den Prozess integriert, um zu verstehen, wie die Interaktionen und Kommunikationsmuster innerhalb der Familie oder des Umfeldes den Jugendlichen beeinflussen. Durch Gespräche und gemeinsame Sitzungen können die Eltern dabei unterstützt werden, ihre Rolle zu reflektieren und neue Wege im Umgang mit belastenden Themen zu finden.
Ziel der Therapie ist es, die Dynamik im sozialen Umfeld so zu verändern, dass sie das Wohlbefinden des Jugendlichen besser unterstützt. Dies fördert nicht nur die persönliche Entwicklung des Jugendlichen, sondern stärkt auch das familiäre oder partnerschaftliche Zusammenspiel. Der Fokus liegt auf der Stärkung des Selbstwertes und der Unabhängigkeit des Jugendlichen, aber auch auf der Veränderung der Beziehungen, um ein unterstützendes, gesundes Umfeld zu schaffen.
Schematherapie bei Kindern und Jugendlichen
Die Schematherapie ist eine psychotherapeutische Methode, die dabei helfen kann, mit schwierigen psychischen Belastungen umzugehen. Sie wird häufig eingesetzt, wenn Jugendliche mit lang anhaltenden psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder auch Problemen im Umgang mit anderen Menschen zu kämpfen haben.
Manchmal entstehen belastende Gedanken- und Verhaltensmuster, wenn grundlegende Bedürfnisse in der Kindheit wie Sicherheit, Nähe oder Anerkennung nicht ausreichend erfüllt wurden. Diese Muster können dazu führen, dass Jugendliche Schwierigkeiten haben, ihre Gefühle zu verstehen oder ihre Bedürfnisse direkt auszudrücken.
In der Schematherapie lernen Jugendliche, diese Muster zu erkennen und zu verstehen, warum sie entstanden sind. Mit Unterstützung der Therapeutin oder des Therapeuten werden Wege gefunden, um neue, gesündere Strategien zu entwickeln, die ihnen helfen, ihre Bedürfnisse besser wahrzunehmen und auf konstruktive Weise zu erfüllen.
Die Schematherapie bietet Jugendlichen nicht nur die Möglichkeit, schwierige Situationen aus der Vergangenheit zu verarbeiten, sondern auch neue Ansätze zu entwickeln, um mit Herausforderungen im Alltag besser umzugehen.
Dialektisch-Behaviorale Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen
In der Dialektisch-Behavioralen Psychotherapie (DBT) lernen die Kinder und Jugendlichen verschiedene „Skills“ (Fertigkeiten), die bei der Emotionsregulierung helfen und den Umgang mit stressigen oder herausfordernden Momenten erleichtern. Die Dialektisch-Behaviorale Psychotherapie (DBT) kombiniert dabei verschiedene verhaltenstherapeutische Methoden, um die Kontrolle über intensive Emotionen zu verbessern, gesunde Strategien für schwierige Situationen zu entwickeln und den eigenen Gefühlen mit mehr Akzeptanz und Vertrauen zu begegnen.
Unsere jungen Patient:innen bringen oft schon kreative Strategien und hilfreiche Fertigkeiten im Umgang mit Stress, Anspannung und belastenden Gefühlen mit. Gemeinsam können wir mit ihnen bereits eingesetzte Skills als solche identifizieren und neue ausprobieren. Dabei kann es etwa um Atemtechniken, Achtsamkeitsübungen, Aktivitäten, Imagination, ablenkende oder beruhigende Sinnesreize gehen. Wir erarbeiten z. B. mit unseren Patient:innen sogenannte Skillsketten, also eine Abfolge hilfreicher Skills, die dann in Hochstressmomenten nacheinander eingesetzt werden können. „Für uns ist es im Stationsalltag total hilfreich, funktionierende Skills unserer Jugendlichen zu kennen, denn dann können wir sie am besten im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen.“, erklärt die Leitende Psychologin Lisa Tielker. Während des Klinikaufenthalts üben die Jugendlichen diese Skills regelmäßig und reflektieren sie gemeinsam mit den Therapeut:innen und Ärzt:innen, um sicherzustellen, dass sie im Alltag anwendbar sind.

Körperbildgruppe für Kinder und Jugendliche
Das eigene Körperbild beschreibt die subjektive Wahrnehmung des eigenen Aussehens/Körpers. Es ist das individuelle innere Bild, welches von diversen Erfahrungen, Emotionen und gesellschaftlichen Einflüssen geprägt ist. Patien:tinnen mit Essstörungen haben ein verzerrtes Körpererleben, negative Gedanken über ihr Aussehen und ein geringes Selbstwertgefühl. Im geschützten Rahmen der Körperbildgruppe erarbeiten wir mit den Patient:innen gezielt an ihrem Erleben und ihrer Wahrnehmung des eigenen Körpers. Ziel ist es, ein realistischeres, wertschätzenderes und weniger subjektiv angstbesetztes und bewertendes Körperbild zu entwickeln. In der Körperbildgruppe werden zusätzlich psychoedukative Information zu Essstörungen und ihren wesentlichen Pathogenese-Faktoren vermittelt und mit Körperwahrnehmungsübungen, wie dem Erstellen des eigenen Körperumrisses, gearbeitet. Die Inhalte der Körperbildgruppe können in der Einzelpsychotherapie und den anderen Fachtherapien aufgegriffen und vertieft werden.
Langfristig fördert die Körperbildgruppe die Selbstakzeptanz, das Körperbewusstsein und einen gesünderen Umgang mit Essen, Bewegung und sich selbst, sondern hat auch einen wertvollen unterstützenden Charackter. Die Jugendlichen erleben durch den gemeinsamen Austausch untereinander: „Ich bin nicht allein mit meinen Gedanken.“
Pferdegestützte Therapie bei Kindern & Jugendlichen
In der tiergestützten Therapie werden Pferde gezielt eingesetzt, um die persönliche Entwicklung zu fördern. Die Tiere wirken dabei wie Co-Therapeut:innen und schaffen durch ihre einfühlsame Art eine vertrauensvolle Atmosphäre. Jugendliche können ihre Stärken und Schwächen erkennen, verborgene Fähigkeiten entdecken und emotionale Prozesse in Gang setzen. Ziele der Reittherapie sind unter anderem: Entspannen & Loslassen erlernen, Muskulatur & Koordination schulen, Kommunikation stärken.
Die pferdegestützte Therapie ist ein zusätzliches Therapieangebot unserer Kinder- und Jugendklinik. Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner MEIN Ponyhof, der mit speziell ausgebildeten Pferden und einem erfahrenen Team wöchentlich vor Ort ist, bieten wir diese besondere Form der tiergestützten Therapie an.
Die Interaktion mit den Pferden ist frei von Bewertung und hilft, Ängste abzubauen, Selbstbewusstsein aufzubauen und die sozialen Fähigkeiten zu stärken. Zusätzlich unterstützen Übungen auf dem Pferd das Gleichgewicht und die Koordination. Diese Verbindung zwischen körperlicher und emotionaler Arbeit kann besonders Jugendlichen mit psychosomatischen Beschwerden helfen, wieder mehr Sicherheit im eigenen Körper zu finden und das Wohlbefinden zu steigern.
Naturnahe Angebote
Unsere Kinder- und Jugendklinik auf Schloss Eichholz liegt Mitten im Grünen. Für einen ganzheitlichen Genesungsprozess binden wir daher auch die umliegende Natur in unsere therapeutischen Angebote mit ein. So können das morgendliche Qi Gong, verschiedene Bewegungsangebote und Achtsamkeitsformen je nach Witterung im angrenzenden Schlosspark und Wäldchen.
Unsere Patient:innen übernehmen regelmäßig den Hühnerdienst und lassen die Tiere morgends aus ihrem Stall – je nach Brutzeit gibt es regelmäßig Nachwuchs. Im Permakulturgarten unterstützen sie unter Anleitung unseres Permakulturgärtners Jakob Averbeck bei der Anzucht, Ernte oder jahreszeitbedingten Aufgaben. Dabei gibt es viel über die Umwelt, das Klima und der Gemüseanzucht zu erfahren.

Ergänzende Therapie- und Gruppenangebote für Kinder und Jugendliche
Unsere jüngeren Patient:innen haben besondere Bedürfnisse und Interessen. Begleitend zu den psychotherapeutischen Einzel- und Gruppensitzungen fördern wir die körperliche, emotionale und soziale Entwicklung der Kinder und Jugendlichen mit unterschiedlichen therapeutischen und pädagogischen Angeboten.
Während der Schulferien ist in unserer Kinder- und Jugendpsychiatrie Abwechslung angesagt. Dazu finden mehrtägige Workshops und Aktivtage (Geo-Caching, Teamwork & Selbstvertrauen mit unserem Kooperationspartner) oder zum Beispiel Batik-Kurse oder Taiji statt. Erziehungsberechtigte haben in unserem Eltern-Café die Möglichkeit von unseren Ärzt:innen & Therapeut:innen mehr über die Erkrankung ihres Kindes zu erfahren & sich auszutauschen.
- Kreativpojekte & offenes Atelier
- Psychomotorik (Kung Fu, Tai Chi, Qi-Gong)
- Soziales Kompetenztraining in der Gruppe (SKT)
- Psychoedukationsgruppen
- Systemische Familientherapie (Familiengespräche)
- Pädagogisches Gärtnern (Pflanzen- und Tierpflege)
- Aktivtag in der Kletterhalle
- Pädagogische Kochgruppe & Werkstatt
- Training alltagspraktischer Fähigkeiten
- Verhaltensaktivierende Angebote während der Schulferien (z.B. Hip Hop / Afrobeat Tanzen, Fotografie-Workshop, Ausflug zum erlebnispädagogischen Bauernhof, Ausflug zum Eislaufen)
- Zusätzliche Therapiegruppenangebote während der Schulferien (z.B. Selbstfürsorge-Gruppe)
- Angebote der Klinikschule Rhein-Erft-Kreis: Schul-AG, Schulausflüge
- Eltern-Café
- Ernährungsberatung
- Soziale Beratung
- Schreibwerkstatt
- Dance-workout
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