Depressionen – mehr als nur Traurigkeit und schlechte Laune

Ein gewisses Auf und Ab von Lust, Laune und Lebensenergie gehören zum Leben dazu – niemand ist immer gut gelaunt. Wenn der Alltag jedoch dauerhaft von Traurigkeit, Gedankengrübeleien und Antriebslosigkeit geprägt ist, können das erste Symptome einer Depression sein. Negative Emotionen und Gedanken werden immer mehr zur Belastung, das Gefühl einer inneren Leere prägt den Alltag und überschattet die ursprüngliche Lebensfreude.

Depressive Erkrankungen entwickeln sich über mehrere Wochen und Monate und können sich unbemerkt in die Gefühls- und Gedankenwelt einschleichen. Eine leichte Antriebslosigkeit und „schlechte Laune“ werden gerade in der Anfangsphase häufig als gewöhnliches Stimmungstief abgetan – in der Hoffnung, es handele sich lediglich um eine Phase.

Doch je länger diese Phase andauert und weiter als Stimmungstief fehlgedeutet wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Symptome einer Depression – auch auf körperlicher Ebene – hinzukommen. Oft sind es sogar erst Magen-Darm-Beschwerden, Rückenschmerzen oder Schlafstörungen, durch die Betroffene den Weg zum Arzt finden und auf eine Depression als mögliche psychische Ursache aufmerksam werden. Hilfe finden sie dann bei einem Facharzt, bei einer ambulanten Psychotherapie oder in einer Fachklinik.

Je früher eine depressive Störung erkannt und ernst genommen wird, desto vielversprechender sind auch die Heilungschancen. Eine teilstationäre oder stationäre Psychotherapie bei Depressionen kann gerade dann sinnvoll sein, wenn sich innerhalb einer ambulanten Psychotherapie herausstellt, dass eine intensivere therapeutische Betreuung für den Betroffenen notwendig ist, um ganzheitlich genesen zu können. In unseren privaten Fachkliniken für Psychosomatik und Traditionelle Chinesische Medizin ist genau das der Ansatz unserer Therapie: Ganzheitlich gesund werden!

Der Unterschied zwischen Stimmungstief und Depression

Eine Depression unterscheidet sich von einem einfachen Stimmungstief unter anderem durch die Intensität, die Dauer und auch die körperlichen Symptome, die hinzukommen können. Welche körperlichen und psychischen Beschwerden auftreten und wie belastend diese Symptome vom Betroffenen empfunden werden, kann dabei sehr unterschiedlich sein. Nicht umsonst werden Depression auch als „Krankheit der 1000 Gesichter“ bezeichnet.

Vor allem aber sind es negativ eingefärbte Gedanken und Gefühle, die sich meistens auf alle Lebensbereiche beziehen, den Alltag erschweren und das Leben nicht mehr lebenswert erscheinen lassen. Arbeit, Haushalt und sogar eigentlich angenehme Freizeitbeschäftigungen wie Verabredungen mit Freunden oder der Familie sind, je nach Schweregrad der Depression, mit großer Anstrengung und Überwindung verbunden.

Die Depression nimmt mit der Zeit so viel Raum im Leben ein, dass es schwerfällt, den Alltag zu bewältigen. Dieser Zustand kann über Monate bestehen, phasenweise wieder abklingen oder sich auch zu einer chronischen Depression entwickeln. Grundsätzlich wird zwischen leichter, mittelgradiger und schwerer Depression unterschieden. Um eine Depression zu diagnostizieren und von einem Stimmungstief abzugrenzen, müssen über einen Zeitraum von 14 Tagen mindestens 2 Hauptsymptome und ebenfalls 2 Nebensymptome vorliegen.

Hauptsymptome nach ICD-10

  • Verlust von Freude und Interesse
  • Depressive Stimmung
  • Antriebslosigkeit und erhöhte Müdigkeit

Nebensymptome nach ICD-10

  • Konzentrationsstörungen
  • Vermindertes Selbstwertgefühl
  • Schuldgefühle
  • Pessimistische Zukunftsgedanken
  • Schlafstörungen
  • Veränderter Appetit
  • Suizidgedanken

Ursachen und Auslöser von Depressionen

So unterschiedlich die Symptome und der Verlauf einer Depression sein können, so verschieden sind auch die Ursachen und Auslöser der Erkrankung. Die eigene Biografie spielt bei der Frage nach der Ursache immer eine wichtige Rolle. Traumatische Erlebnisse und chronischer Stress sind mögliche Ursachen für eine Depression. Oft kann der Beginn einer depressiven Episode aber auch mit konkreten Auslösern, zum Beispiel einer sehr belastenden Lebensphase oder dem Verlust einer nahestehenden Person, in Zusammenhang gebracht werden.

Auch die genetische Veranlagung kann die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens an einer Depression zur erkranken, erhöhen. Treten sie übermäßig häufig im familiären Kontext auf, kann dies ein Anzeichen für eine erbliche Veranlagung sein, die zwar nicht zwingend zu einer depressiven Störung führen muss, aber im Zusammenhang mit außergewöhnlichen Belastungen das Risiko, an einer Depression zu erkranken, deutlich erhöhen.

Neben belastenden Lebensereignissen und der genetischen Veranlagung können auch Stoffwechsel- und Funktionsstörungen im Gehirn ursächlich für die Entstehung psychischer Erkrankungen sein. In der Regel sind es allerdings immer mehrere Faktoren, die zur Entstehung einer Depression beitragen können.

Depressionen betreffen Körper und Geist

Bei Depressionen handelt es sich in erster Linie um eine seelische Erkrankung. Häufig kommt es jedoch auch zu körperlichen Symptomen, sogenannten psychosomatischen Beschwerden. So leiden erkrankte Menschen auf der psychischen Ebene häufig unter Gefühlslosigkeit, Gedankengrübeleien, innerer Unruhe, tiefer Traurigkeit oder lebensüberdrüssigen Gedanken. Und auf der körperlichen Ebene können psychosomatische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Appetitverlust und Magen-Darm-Beschwerden, Ein- und Durschlafstörungen hinzukommen. Das Leid wird dadurch verstärkt, dass Betroffene einer Depression auf körperliche Schmerzen und Missempfindungen sensibler reagieren.

Symptome bei Depressionen

Grundsätzlich ähneln sich die Beschwerden bei Frauen und Männern, allerdings sind auch geschlechts- und lebensphasenspezifische Tendenzen zu beobachten. So neigen Frauen zu Traurigkeit und Antriebsmangel – bei Männern können diese Symptome dagegen eher im Hintergrund stehen. Stattdessen zeigen sich bei ihnen in erster Linie oft körperliche Beschwerden.

Medikamente scheinen auf den ersten Blick zwar eine verlockende Strategie zu sein, um die körperlichen Symptome zu lindern, doch einer psychosomatischen Krankheit liegen tiefe psychische Ursachen zugrunde, die es zu betrachten und zu behandeln gilt.

Die Symptome einer Depression lediglich mit Medikamenten zu bekämpfen, ist deshalb keine langfristige Lösung. Ein weiterer Grund dafür, dass eine ganzheitliche Diagnostik und Therapie beim Verdacht auf eine depressive Störung notwendig ist.

     

    Psychische Symptome bei Depressionen

    • Gedanken kreisen ständig um belastende Themen
    • Negative Glaubenssätze (z. B.: „Ich bin eine Last für andere. Ich bin wertlos. Ich kann nichts.“)
    • Gefühl von innerer Leere und Gefühlslosigkeit
    • Antriebsschwäche und Lustlosigkeit
    • Freudlosigkeit
    • Zunehmende Müdigkeit
    • Ängstlichkeit und Schreckhaftigkeit
    • Traurigkeit
    • Erhöhte Reizbarkeit
    • Sozialer Rückzug von Freunden und Familie
    • Vernachlässigung der Körperhygiene und anderen Grundbedürfnissen
    • Suizidale Gedanken

    Körperliche Symptome bei Depressionen

    • Schlafstörungen
    • Herzrasen
    • Schwindel
    • Rücken- und Nackenschmerzen
    • Magen-Darm-Beschwerden
    • Engegefühl in der Brust
    • Appetitlosigkeit
    • Gewichtsverlust
    • Konzentrationsprobleme
    • Müdigkeit und Erschöpfung
    • Verlust des sexuellen Interesses
    • Unregelmäßigkeiten in der Menstruation
    • Innere Unruhe und Nervosität
    • Erhöhter Konsum von Alkohol oder anderen Suchtmitteln

    5 Phasen einer Depression

    Depressionen durchlaufen typischerweise 5 Phasen. Sie entwickeln sich in der Regel allmählich und durchlaufen verschiedene Phasen, wobei die erste Phase oft von subtilen Anzeichen geprägt ist, die leicht übersehen werden können. In dieser anfänglichen Phase fühlen sich die betroffenen Personen möglicherweise einfach nur trauriger oder niedergeschlagener als üblich. Sie könnten Energielosigkeit oder eine gewisse Schlaflosigkeit erleben, ohne notwendigerweise zu erkennen, dass diese Symptome Anzeichen einer beginnenden Depression sein könnten. In dieser Phase ist es oft schwierig, zwischen vorübergehenden Stimmungsschwankungen und den Vorboten einer Depression zu unterscheiden. Daher ist es wichtig, auf diese frühen Anzeichen zu achten und sie ernst zu nehmen, um rechtzeitig angemessene Unterstützung zu suchen.

    1. Phase

    In der ersten Phase zeigen sich oft Symptome wie Traurigkeit, Energielosigkeit und Schlafstörungen, die jedoch noch nicht unbedingt als Depression erkannt werden.

    2. Phase

    Die zweite Phase ist von anhaltenden Symptomen geprägt, die das tägliche Leben beeinträchtigen, wie anhaltende Traurigkeit, soziale Isolation und Gedanken an Hoffnungslosigkeit.

    3. Phase

    In der dritten Phase verschlimmern sich die Symptome weiter, was zu einem erheblichen Leidensdruck führt.

    4.Phase

    In der vierten Phase kann es zu physischen Symptomen wie Schlaflosigkeit, Gewichtsverlust oder -zunahme kommen.

    5. Phase

    Die fünfte Phase beinhaltet eine kritische Gefahr, da sie suizidale Gedanken und Handlungen mit sich bringen kann. Es ist entscheidend, Depressionen in ihren frühen Phasen zu erkennen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die Betroffenen bestmöglich zu unterstützen.

    Formen der Depression

    Neben dem Schweregrad werden Depressionen in unterschiedliche Formen unterteilt. Unter anderem wird zwischen folgenden Formen depressiver Erkrankungen unterschieden:

    Diagnose Depression – mehr Betroffene als man denkt

    Depressionen zählen weltweit zu den am meisten verbreiteten Ursachen für vielfältige gesundheitliche Beeinträchtigungen. Das Bundesministerium für Gesundheit schätzt, dass 16 bis 20% der Menschen mindestens einmal in ihrem Leben von einer depressiven Erkrankung betroffen sind, wobei Frauen etwa doppelt so häufig die Diagnose Depression erhalten wie Männer. (Quelle: Bundesgesundheitsministerium)

    Laut der Bundespsychotherapeutenkammer erhielt 2017 jeder sechste gesetzlich Krankenversicherte mindestens eine Diagnose mit einer depressiven Erkrankung. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung.

    Mit der passenden Therapie Depressionen behandeln

    Eine Depression ernst zu nehmen und sich Hilfe in Form einer professionellen Behandlung zu suchen ist der erste Schritt, der viel Überwindung kosten kann. Doch je früher Betroffene die Diagnose annehmen und sich für eine stationäre oder teilstationäre Psychotherapie entscheiden, desto positiver stehen die Heilungschancen. Den Menschen dabei ganzheitlich zu betrachten ist für einen langfristigen Genesungsverlauf wesentlich.

    Deswegen legen wir in unseren psychosomatischen Fachkliniken auch besonderen Wert auf Ihre individuellen Bedürfnisse und Wünsche und wählen gezielt nur die Therapieformen aus, die für Sie die Hilfe und Unterstützung bieten und die am besten für Sie geeignet sind. Während der Behandlung können auch Medikamente eine sinnvolle Hilfe sein. Sollte eine zusätzliche medikamentöse Behandlung indiziert sein, besprechen unsere Fachärzte das gemeinsam mit Ihnen.

    Neben der Psycho- und Körpertherapie, der Traditionellen Chinesischen Medizin, kreativen und naturbezogenen Behandlungen setzen unsere Ärzte und Therapeuten ebenfalls auf die EMDR-Methode zur Therapie von Depressionen.

    In unseren Fachkliniken erfahren Sie Anerkennung für Ihren bisherigen Lebensweg, lernen Ursachen und Auslöser der Erkrankung zu verstehen und aufzuarbeiten und neue Lösungsansätze kennen, um wieder kraftvoll und zuversichtlich nach vorne zu schauen.

    Unsere Fachkliniken in denen wir Depressionen behandeln

    Wir sind für Sie da! Beratung für alle Standorte

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    Montag bis Freitag: 08:00 bis 18:00 Uhr 

    0228/7488-101

    Gezeiten Haus Gruppe GmbH

    Private Klinikgruppe für Psychosomatik
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    Urfelder Straße 221
    50389  Wesseling
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