COVID-19

Aktuelle Information zu COVID-19

Sehr geehrte Damen und Herren,

um eine Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und unsere Patienten und deren Angehörige sowie unsere Mitarbeiter zu schützen, haben wir diverse Maßnahmen beschlossen, die für alle Gezeiten Haus Kliniken gelten.

Der medizinische Betrieb läuft in unseren Kliniken mit speziellen Anpassungen und unter strengen Hygiene- und Schutzmaßnahmen weiter. Dazu zählt u.a., dass Besuche nur in Ausnahmefällen gestattet sind. Eine aktuelle Übersicht über die getroffenen Maßnahmen finden Sie untenstehend.

Wir nehmen nach wie vor Patienten auf, jedoch unter bestimmten Voraussetzungen.  Bitte kontaktieren Sie unser Beratungsbüro unter 0228/7488-101, das Ihnen gerne detailliert Auskunft gibt und für Ihre Fragen zur Verfügung steht.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
Das Gezeiten Haus Team

 Folgende generelle Maßnahmen gelten derzeit in unseren Kliniken:

  • Hygienevorschriften werden in den Häusern an diversen Stellen kommuniziert und auf deren Einhaltung geachtet.
  • Alle Personen, die Zugang zu unseren Kliniken haben, unterlaufen vorab ein Risikoscreening.
  • Direkte persönliche Kontakte und Außenkontakte sowie Reisetätigkeiten, werden auf ein Minimum beschränkt.
  • Der Abstand bei persönlichem Kontakt, z.B. in Gruppentherapien, beim Essen oder in Meetings, wird auf die erforderliche Distanz erhöht.
  • Veranstaltungen in den Gezeiten Haus Kliniken und der Akademie sowie die Teilnahme von Gezeiten Haus-Mitarbeitern an Veranstaltungen sind zunächst bis Ende Mai 2020 abgesagt bzw. untersagt.

Patienten und Mitarbeiter werden fortlaufend über aktuelle Entwicklungen und Maßnahmen durch den eingerichteten Krisenstab informiert.

 

Offener Brief der Chefärztin unserer Traumaklinik,
Dr. Susanne Altmeyer

Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Interessentinnen und Interessenten, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitmenschen,

das Leben von uns allen wird seit einigen Wochen zunehmend von dunklen Wolken überschattet. Viele Dinge, die selbstverständlich für uns waren, haben sich verändert: unsere Gesundheit, unsere Arbeit, unsere Freizeit und sogar der Kontakt zu unseren Freunden und Liebsten und wir erfahren gerade an der eigenen Haut: nichts ist selbstverständlich. Wir erleben gerade alle eine gewaltige Verletzung, etwas, was unsere persönlichen Bewältigungsmöglichkeiten zu übersteigen droht und damit für nicht wenige auch traumatisch wirken wird. Viele Menschen an anderen Orten der Welt, beispielsweise in Italien, im Elsass, in New York, haben die Kontrolle verloren und hier bei uns versuchen wir alle mit großen Anstrengungen, die schlimmste Katastrophe zu verhindern.

Auch uns als Traumaklinik im Gezeiten Haus Schloss Eichholz stellt die Krise vor gewaltige Herausforderungen. Auf der einen Seite brauchen die Menschen, die bei uns behandelt werden oder zu uns kommen wollen, gerade jetzt unsere Hilfe und Unterstützung, unseren Rückhalt und unseren Trost, auf der anderen Seite haben wir die Aufgabe und Verantwortung, Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Wir Psychosomatikerinnen und Psychosomatiker, Psychotraumatologinnen und Psychotraumatologen wissen: das, was kranke Seelen am besten gesunden lässt, sind heilsame Begegnungen und heilsame Beziehungen, wir betreiben Begegnungs- und Beziehungsmedizin. Doch was jetzt von uns allen gefordert ist, um die weitere Verbreitung des Virus zu verhindern, sind Abstand und Kontaktarmut, ist Ebbe statt Flut.

Wie wir versuchen, diesen Spagat möglichst würdevoll zu meistern, möchte ich Ihnen im Folgenden kurz schildern:

Wir haben einen Krisenstab eingerichtet, der mit unserer Hygienekommission in enger Verbindung zum Universitätsklinikum Bonn und dem Gesundheitsamt Rhein-Erft steht und mit dem wir die notwendigen Schutzmaßnahmen jeden Tag neu bewerten und anpassen können.

Wir versuchen weiter, möglichst vielen Patientinnen und Patienten die notwendige stationäre Behandlung zu ermöglichen und in der gewohnten Länge, Intensität und Qualität zu gewährleisten. Dazu haben wir die räumlichen, die inhaltlichen und die strukturellen Gegebenheiten an die Situation angepasst.

Räumlich: Bei den Mahlzeiten haben wir die Zeiten, die Tisch- und die Stuhlanordnung so verändert, dass die Abstandsregeln eingehalten werden können, bei den Gruppentherapien ist die Anzahl der Teilnehmer den Raumgrößen angepasst worden, die Räume, die die drei Kliniken von Schloss Eichholz, nutzen, sind jetzt streng getrennt.

Inhaltlich: Paar- und Familiengespräche können zurzeit leider nicht stattfinden, auch die Belastungserprobungen mussten stark eingeschränkt werden. Bei den Körpertherapien verzichten wir völlig auf Körperberührungen, so dass Massage- und Akupunkturverfahren nicht angewendet werden, stattdessen setzen die Kolleginnen und Kollegen vermehrt Selbst-Akupressur, Arbeit mit dem Meridianklopfer und andere aktive Verfahren ein. Musik-, Gestaltungs-, Tanztherapie und alle weiteren Verfahren, die wir auch sonst in Gruppen anbieten, sie alle finden statt, in der Regel mit weniger Personen. Alle psychotherapeutischen Einzelgespräche finden in gewohnter Frequenz  (in normalen Wochen 3 Einzelgespräche incl. EMDR-Therapie)  statt.

Strukturell: Unser Beratungsteam achtet in den telefonischen Vorgesprächen jetzt sehr darauf, die Menschen, die sich für einen Aufenthalt bei uns interessieren, nicht nur gut zu beraten sondern auch abzuklären, ob ein stationärer Aufenthalt eventuell zu viele Risiken beinhalten würde, was im Falle von zu hohem Alter oder somatischen Vorerkrankungen wie Herz- oder Lungenkrankheiten der Fall sein könnte. Mit allen Menschen, die zu uns kommen wollen, gibt es, wie bisher, auch ein persönliches Gespräch mit mir, meiner Oberärztin Frau Zundel oder meinem leitenden Psychologen Herrn Dr. Kilian-Hütten. Im Moment führen wir diese Gespräche vermehrt telefonisch.

Bis jetzt haben wir keine Coronafälle zu verzeichnen, was der grandiosen Mitarbeit und Solidarität unserer Patientinnen und Patienten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken ist. Alle halten die Hygiene- und Abstandsvorschriften gewissenhaft ein und die Patientinnen und Patienten sind in engem und vertrauensvollem Austausch mit uns. Die Situation erfordert von allen viel Geduld und Selbstdisziplin, ein hohes Maß an Kommunikation und Solidarität und stellt insgesamt die größte kollektive Achtsamkeitsübung dar, die ich bisher in meinen über 50 Lebensjahren erlebt habe. Das bringt eine Intensität und Beziehungsqualität mit sich, die mich trotz der Schwere dieser Zeit sehr beglückt: es entsteht trotz (oder vielleicht wegen?) des größeren räumlichen Abstandes zwischen den Menschen eine größere emotionale Nähe.

Es drohen dunkle Wolken, ein aufziehendes Unwetter, ein katastrophaler Sturm und ich erlebe bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Patientinnen und Patienten gegenseitiges Kümmern, Solidarität und Achtsamkeit, also all das, was wir Menschen uns idealerweise schenken können. Ein englisches Sprichwort sagt „Every cloud has a silver lining“ – und diese Silberstreifen am Horizont nicht zu übersehen, sie zu teilen und für sie dankbar zu sein, ist vielleicht etwas, das uns allen in dieser schweren Zeit helfen kann.

Falls Sie unsere Hilfe brauchen, nehmen Sie Kontakt mit unserem Beratungsbüro auf, wir werden versuchen, Ihnen wie gewohnt eine Behandlung bei uns zu ermöglichen.

Von Herzen

Ihre
Susanne Altmeyer