Trauma und Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS)

Ursachen, Symptome und Behandlung

Der Verletzung die Macht nehmen.

Jochen Peichl

Regie führen über seine Gedanken, sein Handeln und die eigene Lebensplanung. Vertrauen zu haben in andere Menschen und sich selbst. – Dies ist die Basis, um ein befreites und wesensnahes Leben zu führen. Bei einem Trauma geht diese Lebensgrundlage verloren. Zunehmende Belastungssituationen, gewalttätige Übergriffe auf die eigene Person, Erleben von lebensbedrohlichen Situationen, Misshandlungen in der Kindheit oder Kriegserlebnisse können zu einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS, engl. PTSD) führen. Albträume, Flashbacks, Übererregung und Vermeidungsverhalten sind bekannte Symptome eines Traumas. Häufig bleiben die seelischen Wunden aber auch unsichtbar und es entwickeln sich daraus depressive Beschwerden.

Der Unterschied zwischen einem Trauma und einer posttraumtischen Belastungsstörung

Ein Trauma bezieht sich auf ein belastendes Ereignis oder eine Erfahrung, die eine Person emotional, körperlich oder psychologisch erschüttert. Traumatische Ereignisse können unterschiedlicher Natur sein, darunter Unfälle, Naturkatastrophen, körperliche oder sexuelle Gewalt, Krieg, Verlust eines geliebten Menschen oder schwere Unfälle. Nicht jeder, der ein traumatisches Ereignis erlebt, entwickelt jedoch eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).

Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine spezifische psychische Störung, die nach dem Erleben eines oder mehrerer traumatischer Ereignisse auftreten kann. Es handelt sich dabei um eine ernsthafte Reaktion auf das Trauma, die durch eine Kombination von Symptomen gekennzeichnet ist. Die Symptome können sofort nach dem Trauma auftreten oder erst Monate oder sogar Jahre später manifest werden. Zu den häufigsten Symptomen von PTBS gehören:

Intrusionssymptome: Wiedererleben des Traumas durch belastende Erinnerungen, Albträume oder Flashbacks.

Vermeidungsverhalten: Versuch, Gedanken, Gefühle oder Orte zu meiden, die mit dem Trauma in Verbindung stehen.

Negative Veränderungen in der Stimmung und Kognition: Negativere Sicht auf sich selbst oder andere, Schuld- oder Schamgefühle, Schwierigkeiten, positive Emotionen zu erleben, oder kognitive Probleme wie Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen.

Übererregbarkeit und erhöhte Schreckhaftigkeit: Reizbarkeit, Wutausbrüche, Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten.

Nicht jeder, der ein Trauma erlebt, entwickelt PTBS. Einige Menschen können traumatische Erfahrungen auf unterschiedliche Weise bewältigen, ohne dass es zu anhaltenden Symptomen kommt. Andere hingegen entwickeln PTBS als Reaktion auf das Trauma.

Die ICD-11 definiert Traumata als Ereignisse von außergewöhnlicher Bedrohung, die nahezu bei jedem tiefgreifende Verzweiflung auslösen würde. Die „klassische“ Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist gekennzeichnet durch Intrusionen, Vermeidung und Hyperausal.

Die Diagnose und Behandlung von PTBS erfordern oft professionelle Hilfe, wie sie von Psychologen, Psychiatern oder spezialisierten Therapeuten angeboten wird. Es gibt verschiedene Therapieansätze, darunter kognitive Verhaltenstherapie (CBT), EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) und andere Methoden, die darauf abzielen, die Symptome zu lindern und die individuelle Bewältigung zu fördern.

Trauma als Ursache wird nicht erkannt

Dass sich hinter Depressionen, Angst- und Panikstörungen, Suchterkrankungen, Konzentrationsstörungen, aggressivem Verhalten sowie chronischen Schmerzen auch ein Trauma verbirgt, wird oftmals nicht erkannt. Therapien, die nur die Symptome behandeln, bleiben damit an der Oberfläche und wirken unzureichend. Alle Stress- und Traumafolgestörungen und ganz besonders posttraumatische Belastungsstörungen sind immer sehr belastend.

Ursachen von Trauma und posttraumatischen Belastungsstörungen

Die Ursachen für posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) sind komplex und können von Person zu Person unterschiedlich sein. PTBS entwickelt sich in der Regel als Reaktion auf ein oder mehrere traumatische Ereignisse. Zu den häufigsten Ursachen von PTBS gehören:

  • Krieg und militärische Konflikte: Soldaten, die Kriegseinsätze erleben, sind einem höheren Risiko für PTBS ausgesetzt.

  • Gewalterfahrungen: Opfer von Gewaltverbrechen, häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch oder Überfällen können PTBS entwickeln.

  • Naturkatastrophen: Menschen, die Naturkatastrophen wie Erdbeben, Tsunamis oder Hurrikane erleben, können PTBS entwickeln.

  • Unfälle: Schwere Unfälle, insbesondere solche, bei denen das Leben bedroht ist oder schwere Verletzungen auftreten, können PTBS auslösen.

  • Missbrauch in der Kindheit: Kinder, die physischen, emotionalen oder sexuellen Missbrauch erleben, haben ein erhöhtes Risiko für PTBS.

  • Katastrophenhilfsdienst: Rettungskräfte, Ersthelfer und Menschen, die bei der Bewältigung von Katastrophen beteiligt sind, können aufgrund ihrer Arbeitserfahrungen PTBS entwickeln.

  • Verlust eines geliebten Menschen: Der plötzliche oder gewaltsame Verlust eines geliebten Menschen kann PTBS auslösen.

  • Kriegsflüchtlinge und Migration: Menschen, die vor Kriegen oder anderen lebensbedrohlichen Situationen fliehen, können aufgrund ihrer Erfahrungen PTBS entwickeln.

  • Ungeklärte oder langwierige Traumatisierung: Wenn traumatische Ereignisse über einen längeren Zeitraum andauern oder wiederholt auftreten, besteht ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von PTBS.

Die individuelle Vulnerabilität, vorbestehende psychische Gesundheit, das soziale Umfeld und die Verfügbarkeit von Unterstützung spielen ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung von PTBS.

Die genaue Ursache von PTBS kann von Fall zu Fall unterschiedlich sein, und es gibt auch Faktoren, die das Risiko erhöhen können. Dazu gehören genetische Veranlagung, Persönlichkeitsmerkmale, vorherige Lebenserfahrungen und soziale Unterstützung..

Was sind Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung oder eines Traumas?

Die Symptome von posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) können vielfältig sein und variieren von Person zu Person. Sie können in drei Hauptkategorien unterteilt werden

Intrusionssymptome (Wiedererleben):

  • Flashbacks: Plötzliche und intensive Erlebnisse von Teilen oder dem gesamten traumatischen Ereignis.
  • Alpträume: Wiederkehrende beängstigende Träume über das Trauma.
  • Belastende Erinnerungen: Unangenehme und aufdringliche Gedanken oder Bilder, die mit dem Trauma verbunden sind.

Vermeidungs- und Betäubungssymptome:

  • Vermeidung: Meiden von Aktivitäten, Orten, Menschen oder Gedanken, die an das Trauma erinnern.
  • Emotionaler Rückzug: Gefühl der Entfremdung von anderen, Schwierigkeiten, positive Emotionen zu empfinden.
  • Verlust von Interesse: Verlust von Interesse an früheren Hobbys und Aktivitäten.

Hyperarousal-Symptome (Übererregbarkeit):

  • Übermäßige Reizbarkeit: Leicht reizbar, wütend oder aggressiv werden.
  • Schlafstörungen: Schwierigkeiten beim Einschlafen, Durchschlafen oder Albträume.
  • Konzentrationsprobleme: Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren oder zu entscheiden.
  • Schreckhaftigkeit: Übermäßige Schreckreaktionen auf Reize.

Negative Veränderungen in der Stimmung und Kognition:

  • Negative Gedanken über sich selbst oder andere.
  • Schuld- oder Schamgefühle.
  • Schwierigkeiten, positive Emotionen zu erleben.
  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen.

Nicht  jeder, der ein traumatisches Ereignis erlebt hat, entwickelt zwangsläufig eine PTBS. Die Symptome müssen über einen Zeitraum von mindestens einem Monat anhalten und zu signifikanten Beeinträchtigungen im täglichen Leben führen, um die Diagnose PTBS zu erfüllen.

EMDR-Therapie braucht Stabilität und Einverständnis

Die Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) erfordert oft einen multidisziplinären Ansatz und kann verschiedene therapeutische Modalitäten umfassen. 

Die Wahl der Therapie hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Schwere der Symptome, der individuellen Präferenzen und der Verfügbarkeit von Ressourcen. Eine frühzeitige Intervention ist oft entscheidend, um die Langzeitfolgen von PTBS zu minimieren.

Die Traumaklinik des Gezeiten Hauses hat sich auf eine traumaspezifische Behandlung mit hochfrequenter EMDR-Einzeltherapie spezialisiert. Das multimodale, systemisch ausgerichtete Therapiekonzept integriert die psychosomatische Medizin und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Im ersten Schritt wird das Wissen über die Zusammenhänge, die Selbstkontrolle und emotionale Stabilität aufgebaut. Nach der Stabilisierungsphase kann die Bearbeitung des Traumas mithilfe der EMDR-Therapie durch qualifizierte Ärzte* und Psychologen erfolgen. Die EMDR-Therapie braucht Stabilität und Einverständnis

Traumatherapie

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Bei Traumafolgestörungen, PTBS, KPTBS und Depressionen setzen wir unter anderem auf hochfrequente EMDR-Einzelsettings zur Bearbeitung des Traumas.

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